Mit Kreativität zum besten Ergebnis: im Interview mit einem Creative Director — Dropbox Business - Blog für Unternehmen

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30. September 2018 — 7 Minuten Lesezeit

Mit Kreativität zum besten Ergebnis: im Interview mit einem Creative Director

„Es gab nie einen besseren Zeitpunkt für echte Macher, endlich aktiv zu werden und etwas zu erschaffen – egal ob als Unternehmen oder einzelne Person. Die perfekten Umstände wird es nie geben. Das Budget wird nie vollkommen ausreichen. Sie werden nie das Gefühl haben, dass Sie ‚bereit‘ sind. Sie müssen riskieren zu scheitern.“ - Ian Wharton, Group Creative Director bei AKQA und Autor von „Spark for the Fire: How youthful thinking unlocks creativity“

Neue Tools und Technologien überwinden die Mauern zwischen den isolierten und veralteten Datenspeichern, die Einzelne und ganze Organisationen nutzen. Noch nie war es so einfach, unsere Schaffenskraft zu entfalten, unsere Werke mit anderen zu teilen und sie weiterzuentwickeln. Heute können wir auf ganz neue Weise von jedem beliebigen Ort aus gemeinsam neue Produkte und Lösungen entwickeln. Es ist so leicht geworden, mit talentierten Menschen aus aller Welt zusammenzuarbeiten, dass wir es mit einer ganz neuen Art von Kreativität zu tun haben. Aber wie können Sie diese Chancen nutzen, um Ihre Kreativität zu entfalten und herausragende Leistungen zu erbringen?

Ian Wharton kennt die Antwort. Als Group Creative Director bei AKQA, einer der größten Kreativagenturen weltweit, hat Wharton die Aufsicht über ein unfassbares Volumen an kreativem Output. Damit dieser produktive Fluss nicht abbricht, bietet er seinen rund um den Globus verteilten Teams ein kreatives Arbeitsumfeld. Außerdem wurde er für seine App-Entwicklungen und seine Arbeit an animierten Kurzfilmen ausgezeichnet.

Wir haben Wharton gefragt, was Kreativität für ihn bedeutet, wie er seine eigene Kreativität ankurbelt und welchen Rat er international verstreuten Teams geben kann, damit auch sie von Kreativität und Zusammenarbeit profitieren können.

Was bedeutet kreative Energie für Sie?

Erfüllung; dass ich meine Ambitionen voll und ganz erfüllen kann, indem ich aktiv danach strebe, was mir am wichtigsten ist. Nachdem ich in zwei Ländern kreative Teams zusammengestellt habe, ist das Wichtigste meiner Erfahrung nach, etwas Neues zu lernen oder auszuprobieren. Auszeichnungen und finanzieller Erfolg stehen ungefähr auf halber Höhe der Rangordnung. Wenn das Ergebnis Erfüllung sein soll, dann muss es am Ende etwas zu feiern geben oder etwas, auf das ich zurückblicken kann. Kreative Menschen, die keine Erfüllung finden, werden immer das Gefühl haben, dass ihnen etwas entgeht, und das zehrt an ihrer kreativen Energie.

Wie sehen Sie die Zukunft der Kreativität?

Meine Arbeit spiegelt denke ich vor allem wider, dass ich mir meine kreativen Inspirationen auf sehr verschiedene Art und Weise, aus den unterschiedlichsten Bereichen hole. Ich war schon immer überzeugt davon, dass sich Kreativität übertragen lässt. Wer bewusst in mehreren Disziplinen wirkt, wird früher oder später langfristig Erfüllung finden. Gleichzeitig wird so die eigene Arbeit mehr und mehr wertgeschätzt. Die Welt braucht vielfältige und tiefgründige Menschen. Menschen, die bereit sind, sich auf das Unvorhersehbare einzulassen. Der Irrglaube, jeder müsse sich auf eine Disziplin spezialisieren, beraubt die Gesellschaft als Ganzes und jeden Einzelnen unermesslicher Kreativität.

Wenn Sie daran zurückdenken, wann Sie das beste Ergebnis erzielt haben … Was war das? Und was hat Ihnen geholfen, Ihr Ziel zu erreichen?

Ich halte den animierten Kurzfilm Solar (2007) immer noch für eines meiner besten Werke. Das war für mich eine Herzensangelegenheit, besser kann ich es einfach nicht beschreiben. Ich hatte diesen Drang in mir und meine Kreativität wurde weder durch irgendwelche Erwartungen noch durch bestimmte Erfahrungen eingeschränkt. Jeder Tag brachte eine neue Herausforderung mit sich und das Ergebnis übertraf alle Hoffnungen bei Weitem – es gab sogar einen Royal Television Society Award dafür. Einfach ausgedrückt habe ich mein Herzblut hineingesteckt. Und genau das braucht man.

Können Sie uns Beispiele für Ihre Arbeit – und die Ihres Teams – nennen, die in der Außenwelt für Innovation/Provokation gesorgt haben?

Kulturell hat „Jamie Oliver‘s 20 Minute Meals“ wohl am stärksten eingeschlagen. Das Produkt haben wir 2009 als Joint-Venture mit Jamie Oliver auf den Markt gebracht. Die App-Industrie stand zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen. Unsere App war die umsatzstärkste ihrer Generation mit den besten Bewertungen und mehr als 20 Millionen Downloads. Sie wurde mit dem Apple Design Award ausgezeichnet und katapultierte Jamie Oliver unter der Schlagzeile „Wie Jamie die App-Wirtschaft eroberte“ auf die Titelseite des Wired-Magazins. Unser Unternehmen Zolmo hatte damals gerade mal drei Mitarbeiter. Dieser Erfolg zeigt also wunderbar, was ein kleines interdisziplinäres Team auf die Beine stellen kann, wenn es sich etwas traut.

Warum ist Teamwork/Zusammenarbeit in Ihrem Berufsfeld so wichtig?

An bedeutenden Projekten sind immer mehrere beteiligt. Das Mindeste, was Zusammenarbeit leistet, ist Festgefahrenheit zu vermeiden. Teammitglieder ermutigen sich gegenseitig, jeder Einzelne wird mit in die Verantwortung genommen und bekommt neue Perspektiven aufgezeigt. Als junger Kreativer war es für mich besonders schwierig, ein Gleichgewicht zwischen dem eigenen Ziel, Erfüllung zu finden, und dem Potenzial, das sich durch die Zusammenarbeit mit anderen ergibt. Ich suche auch heute noch nach dem perfekten Mittelweg. Sicher lassen sich im Team viele ungeahnte kreative Ideen entwickeln, Demokratie kann so einem Schaffensprozess aber eher im Weg stehen.

Welche Hindernisse gibt es in Ihrer Branche, die Ihren kreativen Flow stören oder gar unterbrechen?

Im Grunde werden der Kreativität mehr Steine in den Weg gelegt, als dass sie gefördert wird. Eine der größten Schwierigkeiten ist der Anspruch auf Sicherheit – ein weit verbreiteter Trend in der Werbeindustrie, die meiner Meinung nach Gefahr läuft, sich zur risikoscheusten Branche zu entwickeln, die auf den Unternehmungsgeist kreativer Menschen angewiesen ist. Oft liegt es daran, dass die Aufgabe von Daten und Zahlen falsch verstanden und ihre Bedeutung falsch bewertet wird. Kreativität setzt zwar die Aussicht auf Erfolg voraus, aber keine Garantie. Wenn eine Garantie verlangt wird, sind Erfahrungswerte nötig. So werden kreative Menschen gezwungen, Vergangenes zu wiederholen, anstatt Neues zu erfinden. Dabei liegt die Ironie darin, dass sich vergangene Erfolge ohnehin selten wiederholen lassen.

Inwiefern beeinflusst oder verändert Technologie Ihren kreativen Prozess?

Es ergeben sich dadurch auf jeden Fall mehr Möglichkeiten. Als ich 16 war, habe ich angefangen, Websites für Kunden in meiner Heimatstadt Preston im Nordwesten Englands zu entwerfen. Mir war damals klar, dass das Internet gut für ihre Geschäfte sein konnte, und ich wollte Teil dieser Revolution sein. Auch 17 Jahre später eröffnen neue Technologien immer wieder neue Chancen für meinen kreativen Prozess.

In dieser Revolution steckt aber auch eine fiese Falle. Wir kommen in Versuchung, Technologien zu benutzen, weil sie so bequem sind. Aber die Technologie darf niemals wichtiger werden als die Idee oder die Geschichte. Sie darf uns nicht dazu verleiten, unsere Empathie für die Menschen zu vergessen, mit denen wir kommunizieren möchten. Wenn die Technologie an erster Stelle steht, dann wird unsere Kreativität experimentell, aber kurzlebig und letztendlich wirkungslos sein.

Verwendet Ihr Team Dropbox? Falls ja, wüssten wir gerne, wie Sie es nutzen.

Ich nutze Dropbox jetzt schon seit ungefähr acht Jahren. Ich benutze es eigentlich schon unterbewusst, fast als wäre es unsichtbar, aber vor allem ist es ein unverzichtbares Tool. Mit Dropbox sind die verschiedensten Gemeinschaftsprojekte zustande gekommen, weil wir über den Service effizient mit Teams auf der ganzen Welt zusammenarbeiten können. Ich bin dadurch produktiver geworden. Der wohl sichtbarste Vorteil ist, dass es mich schon mehrere Male gerettet hat, wenn ich dringend auf meine gesamten Arbeiten zugreifen musste.

Welchen Rat würden Sie [jungen Menschen] für den Einstieg in die Branche geben?

Riskieren Sie zu scheitern. Es gab nie einen besseren Zeitpunkt für echte Macher, endlich aktiv zu werden und etwas zu erschaffen – egal ob als Unternehmen oder einzelne Person. In jedem von uns steckt die Kraft, aus unserer Fantasie etwas zu kreieren, das wir teilen, veröffentlichen oder verbreiten können. Kreative Menschen haben die Pflicht, ihre Ideen umzusetzen. Es wird nie leichter, ein Risiko einzugehen. Die perfekten Umstände wird es nie geben. Das Budget wird nie vollkommen ausreichen. Sie werden nie das Gefühl haben, dass Sie ‚bereit‘ sind. Sie müssen riskieren zu scheitern.

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