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Aktueller Artikel In weniger als 50 Tagen einen Film in New York drehen – wie geht das?
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12. Dezember 2019 — 9 Minuten Lesezeit

In weniger als 50 Tagen einen Film in New York drehen – wie geht das?

Es ist immer ein kompliziertes Zusammenspiel zwischen allen Beteiligten, wenn man einen Film dreht. Aber einen Film in weniger als 50 Tagen in New York zu drehen? Das ist eine Herausforderung, der sich nur die wenigsten Filmemacher stellen würden.

„Wer in New York filmt, muss extrem gut vorbereitet sein“, erklärt Edward Norton, Drehbuchautor, Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller des neuen Films „Motherless Brooklyn“, der auf dem gleichnamigen Roman von Jonathan Lethem basiert.

Als Norton 1999 an „Motherless Brooklyn“ zu arbeiten begann, standen Filmemachern noch nicht solch praktische Tools für die Zusammenarbeit zur Verfügung, wie sie ein Jahrzehnt später entstehen sollten. Damals war es extrem langwierig und arbeitsintensiv, alle Mitwirkenden über die Ideen zu informieren, die die Visionen des Regisseurs verwirklichen sollten.

„Früher habe ich zuerst Wochen mit einem Storyboard-Künstler verbracht und versucht, detailgenau zu vermitteln, wie ich mir den Film vorstelle, damit die Szenen dann entsprechend gezeichnet werden konnten“, berichtet Norton. „Aber heute lässt sich die Story schon vorab viel genauer visualisieren, weil wir jetzt iPhones mit 2K- oder 4K-Auflösung und Tools haben, die Bilder verarbeiten, auf denen man dann einfach das Bild und die Zeichnung zusammenbringen kann.“

Der technikbegeisterte Norton ist auch Mitgründer eines Data-Science-Unternehmens namens EDO. Jeder Data Scientist weiß, dass selbst kleine Details einem Projekt eine zusätzliche Dimension verleihen können – und bei „Motherless Brooklyn“ war Norton für sehr viele Details verantwortlich. Als Produzent, Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller des Films musste er zum echten Multitasker werden.

Aber wie schafft es ein einziger Mensch, so viele Einzelheiten mit so vielen anderen Menschen gleichzeitig zu kreieren, zu kommunizieren und zu koordinieren, ohne dabei enge Zeitrahmen und Budgets zu überschreiten?

Man muss dafür alle Mitwirkenden am regen Ideenaustausch beteiligen.

„Einen Film zu produzieren, bedeutet letztendlich, eine Idee auf Papier zu bringen, obwohl man weiß, dass das nur ein beschränktes Hilfsmittel sein kann. Dann braucht man Menschen, die bei der Umsetzung helfen“, sagt Norton. „Man muss all diese Menschen aktiv beteiligen, all die Ausstatter, Verantwortlichen für visuelle Effekte, Kameraleute, Kostümdesigner. Alle müssen sich an diesem unglaublichen Ideenaustausch beteiligen können. Es ist also sehr wichtig, dass jede Menge Menschen auf der gleichen Wellenlänge schwimmen.“

Als Norton mit dem Drehbuchautor und Produzenten Wes Anderson an „Grand Budapest Hotel“ arbeitete, begannen die beiden sich irgendwann darüber zu unterhalten, dass sie eine Art „kuratorische Plattform“ brauchen: Auf ihr sollte der Regisseur alle Aspekte der visuellen Erzählung so zusammenführen können, dass sich die Einzelheiten mit allen Crew-Mitgliedern ganz unkompliziert teilen lassen, ohne dafür erst umständlich große Dateien versenden zu müssen.

„Viele Dinge machen die Arbeit für uns effizienter“, erzählt er. „Andere hingegen bieten eine so extrem gute Leistung, dass sie uns zusätzlich neue Möglichkeiten eröffnen. Digitale Farbkorrektur zum Beispiel. Sie sagen: ,Oh, das ist super. Wir haben aber keine Zeit mehr zu filmen.’ Man kann sich mit all den modernen Möglichkeiten aber auch so verzetteln, dass man am Schluss vielleicht sogar mehr Zeit braucht als früher.“

Auf der Suche nach einer Lösung, die er als kuratorische Plattform verwenden könnte, rief Norton den Verfasser von „Die 4-Stunden-Woche“, Tim Ferriss, an und bat um seinen Rat.

„Ich frage Tim immer gerne um Rat zu modernen Lösungen, weil er sich so gut mit effizienten Methoden auskennt“, schildert Norton. „Und Tim sagte zu mir: ,Ruf doch mal Drew von Dropbox an, ich glaube, die machen gerade was Neues.’ Also rief ich Drew an und erzählte ihm, wonach ich suche. Drew sagte dann: ,Ideales Timing! Wir bringen nämlich bald Paper heraus. Das solltest du dir unbedingt mal ansehen.’”

Norton begann, in Dropbox Paper zwei verschiedene Plattformen aufzubauen. „Ich habe eine Plattform gebaut, auf der sich jede einzelne Szene des Films befindet“, erklärt er. „Wir hatten ungefähr 150 oder 160 Szenen und diese Plattform wurde zur Ansichtsplattform für alle Szenen. Wir haben außerdem Referenzfotos hochgeladen, die sich speziell auf die jeweilige Szene beziehen. Wenn wir ein tolles Foto entdeckten – zum Beispiel von Vivian Maier von einem schlafenden Typen im Zeitungskiosk – und wir das in einer Szene nachstellen wollten, befand sich dieses Foto auch in der Szenendatei.”

Wir haben einen zentralen Ort für Kommunikation erschaffen. Das klingt für Menschen im Technologiesektor vielleicht nicht sonderlich innovativ – für die Filmindustrie ist das aber etwas komplett Neues.

Norton erzählt, dass sein Team über Slack die Gruppenkommunikation organisiert. Zusätzlich nutzt er Dropbox, um Ressortleitern Zugang zu Ordnern zu geben, in denen sie Fotos und Videos teilen können, die für den Versand per E-Mail einfach zu groß sind.

„Die Mitarbeiter von Dropbox haben mir dann auch Slack vorgestellt. Die Integration der beiden Tools hat uns extrem geholfen“, sagt Norton. „Mein Experte für visuelle Effekte und ich planten eine ganze Sequenz in der alten Penn Station, die es mittlerweile nicht mehr gibt. Das ist also eine in unser Set integrierte komplett animierte Umgebung. Das sind riesige Dateien – selbst wenn wir die Größe so weit wie möglich reduzieren. Ich habe mir die Sequenz heute früh im Auto angeschaut: Die Sequenz ist in unserer Dropbox gespeichert und ich habe sie direkt über Slack aufgerufen. Ich finde, dass sich Dropbox und Slack wirklich genial ergänzen.”

„Wir können zum Beispiel einfach in unsere Slack-Produktionskanäle schreiben: ,Hey, wir haben Updates für Tag 5 hochgeladen, schaut sie euch doch mal an.’ Und dann können wir direkt auf die passende Paper-Datei verlinken. Die Empfänger können also einfach auf dem Handy darauf tippen und sich das Update ansehen. Ich bin jetzt seit fast 25 Jahren im Geschäft und habe noch nie so praktisch gearbeitet.”

Für jede Filmszene wurde ein eigenes Paper-Dokument erstellt. „Wir konnten detailliert alles einfügen, was in die Szene aufgenommen werden sollte, damit andere keine unnötigen Fragen stellen mussten“, so Norton. „Sie konnten einfach sagen: ,Okay, ich schau mal in den Ordner rein und seh kurz nach, ob die Garderobe ihre Auswahl schon hochgeladen hat.’ Das ist wie eine Collage, ich kann mir zur Inspiration jederzeit anschauen, was im Ordner liegt.”

„Paper ist der ideale Ort, um alles zusammenzuführen“, fügt er hinzu. „Wir haben aber auch angefangen, unsere Storyboards auf der Plattform zu erstellen.“

Norton erzählt, dass die Dokumente der einzelnen Filmszenen zum wichtigsten Bezugspunkt für das ganze Team geworden sind. Wenn jemand die Vision für eine bestimmte Szene einsehen möchte, findet er alles Notwendige im zugehörigen Paper-Dokument. Für jeden Drehtag wird dort die anstehende Arbeit Einstellung für Einstellung aufgelistet.

„Wir hatten einen extrem detaillierten Drehplan. Das ist die wichtigste Voraussetzung, um an einem Drehtag effizient arbeiten zu können“, erklärt Norton. „Jeder konnte zum Beispiel auf die Datei ,Tag 2’ zugreifen und die für diesen Tag geplante Drehreihenfolge ansehen. Für jeden Drehtag ein so detailliertes Dokument zu haben, das für jeden mobil verfügbar ist, erscheint beinahe schon revolutionär.“

Wenn wir anderen aus der Filmbranche erzählen, dass wir den Film in weniger als 50 Tagen gedreht haben, schlägt uns fast schon Unglaube entgegen.

Wenn es Fragen gab, wurden die entsprechenden Anmerkungen im Paper-Dokument einfach direkt beantwortet – das sparte jede Menge Zeit, die die Beteiligten sonst mit dem Hin- und Herschicken von E-Mails und Updates verbracht hätten.

„Für mich, meinen Regieassistenten und meinen Kameramann war das unschätzbar wertvoll“, so Norton. „Als ich den Film anderen Filmemachern zeigte, gingen sie davon aus, dass wir den Film in ungefähr 75 Tagen gedreht hätten. Es hieß immer wieder: ,Wie zur Hölle hast du einen Plan genehmigt bekommen, der dir genug Zeit dafür gegeben hat?’ Und wenn wir den Leuten dann erzählten, dass wir den Film in weniger als 50 Tagen gedreht haben, schlug uns fast schon Unglaube entgegen.”

„Wir haben einen zentralen Ort für Kommunikation erschaffen“, sagt Norton. „Das klingt für Menschen im Technologiesektor vielleicht nicht sonderlich innovativ – für die Filmindustrie ist das aber etwas komplett Neues.“

„Viele Teammitglieder, die schon oft in New York gearbeitet hatten, kamen auf mich zu und sagten, dass sie noch nie so viele Informationen über Technologie-Scouting erhalten hätten. Viele waren der Ansicht, dass wir jeden Tag direkt an die Arbeit gingen und das machten, wozu wir normalerweise erst Proben benötigt hätten. Alle konnten sich bequem zusammenstellen und vorab visualisieren, was wir möglichst einfach umsetzen wollten. Das war wirklich großartig. Und wir hätten sicher noch viel Potenzial ausschöpfen können, wenn mehr Zeit gewesen wäre.”

Dropbox hat vor Kurzem Dropbox Spaces als ersten Schritt der Vision des Smart Workspace der Zukunft eingeführt. Wir waren also neugierig: Wie stellt sich Norton einen intelligenten Arbeitsbereich für Filmemacher vor?

„Es wäre toll, wenn die Plattform ein kuratorischer Ort wäre, an dem man alle Ebenen eines Projekts organisieren kann und an dem mehrere Mitarbeiter dafür verantwortlich sind sicherzustellen, dass ihr Teil einer Ebene durch Daten ergänzt wird“, erklärt er. „Es wäre genial, wenn man sowas wie Tabs einführen könnte, die man ,Regisseure’, ,Anmerkungen’, ,Garderobe’ und ,Storyboards’ nennen würde. Wenn also etwas zum Szenendokument hinzugefügt wird, könnte man auf die verschiedenen Bereiche tippen und die entsprechenden Daten öffnen sich. Oder man könnte in eine Art ,Collage-Modus’ schalten, wo alles aufgeführt ist und man einfach durchscrollen kann. Also eine Übersicht, wie weit wir schon gekommen sind.“

In den 20 Jahren, seit denen Norton an „Motherless Brooklyn“ arbeitet, hat die Technik riesige Fortschritte gemacht. Künstliche Intelligenz, virtuelle Realität und andere neue Technologien eröffnen Filmmachern laufend neue Möglichkeiten. Stellen wir uns nur vor, was Pioniere wie Norton in den nächsten 20 Jahren erschaffen könnten ...

Edward Nortons neuer Film „Motherless Brooklyn“ läuft jetzt im Kino. Wenn ihr herausfinden möchtet, wie euer Team Dropbox als Smart Workspace für euer nächstes Projekt nutzen kann, erfahrt ihr mehr unter dropbox.com/smart-workspace.

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