So ziehen Mitarbeiter Grenzen zwischen „Home“ und „Office“

Aktueller Artikel Home-Office: Wie dezentrale Teams die Grenze zwischen „Home“ und „Office“ ziehen
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19. Mai 2020 — 7 Minuten Lesezeit

Home-Office: Wie dezentrale Teams die Grenze zwischen „Home“ und „Office“ ziehen

In unserer Reihe Home-Office beschäftigen wir uns damit, wie sich der Rückzug ins Home-Office auf die Verhaltensweisen und Gewohnheiten unserer Teams auswirkt. Im ersten Teil haben wir erfahren, warum es im Home-Office deutlich schwerer fallen kann, sich in den Feierabend zu verabschieden, und wie manche Kollegen nun mehr Zeit mit der Familie verbringen können, weil die tägliche Pendelzeit wegfällt.

Im zweiten Teil möchten wir nun herausfinden, wie es unsere Mitarbeiter im Home-Office schaffen, ihr berufliches Arbeitspensum und die Pflichten im Haushalt voneinander getrennt zu halten. So lassen sich diese ganzen Aufgaben bewältigen, wenn sich alles an einem Ort abspielt:

 

Kalender und Kopfhörer als Grenzlinie 

Bei der Arbeit im Home-Office herrscht unter Umständen eine ganz andere Geräuschkulisse als im Büro – erst recht, wenn die Kinder ihren Online-Unterricht beendet haben und im Haus herumtoben. Viele Dropboxer greifen zur Rettung gerne auf Musik zurück. So kann man den anderen Hausbewohnern auch signalisieren, dass man sich jetzt konzentrieren muss.

Für Kate Sokolina, Product Analyst bei Dropbox, sind ihre Kopfhörer so eine Art „Bitte nicht stören“-Schild. „Wenn ich meine Kopfhörer aufsetze, weiß mein Partner, dass ich jetzt voll beschäftigt bin und keine Ablenkung gebrauchen kann – selbst wenn ich gerade nur einen kleinen Imbiss zubereite. Meine Wohnung ist klein, also haben mein Partner und ich einen gemeinsamen Zoom-Kalender, damit der andere automatisch weiß, wann Ruhe angesagt ist – kein Geschirr spülen, keine anderen Anrufe.“

Stacey Stevens Johnson blockt ihre Arbeitszeit in ihrem Kalender und erinnert sich damit auch gleich selbst daran, wann sie vom Arbeits- in den Privatmodus wechseln sollte und umgekehrt.

„Ich achte auch immer darauf, dass mein Status auf Google Chat und Slack und in meinem Kalender entsprechend eingestellt ist, wenn ich mal eine Pause brauche oder mich um meine Tochter kümmern muss“, sagt sie. „Mit der Zeit denke ich, dass Grenzen noch viel wichtiger werden, und ich rechne außerdem damit, dass ich immer besser damit zurechtkommen werde.“

 

Virtuelle Happy Hour statt Small Talk in der Küche

Joe Topasna, HR Project Manager bei Dropbox, beschreibt uns drei neue Angewohnheiten, die ihm dabei helfen, seinen Arbeitstag auch zu Hause ordentlich zu strukturieren.

„Erstens kleide ich mich nach wie vor so, als ob ich gleich vor Publikum sprechen würde“, sagt er. „Das hilft mir dabei, mich mental auf den beruflichen Teil meines Tages einzustellen – auch wenn ich diesen Tag völlig problemlos hinter mich bringen könnte, ohne dass jemand auch nur mein Gesicht sieht.

Zweitens trenne ich meinen Arbeitsbereich so gut wie möglich von meinem Nicht-Arbeitsbereich. Ich arbeite im Wohnzimmer und nicht an dem Schreibtisch in meinem Schlafzimmer. Alleine die Tatsache, dass ich mich in einem anderen Zimmer befinde, macht es schon wesentlich einfacher für mich, meinen Arbeitstag wirklich zu ‚beenden‘.“

Außerdem hat er eine neue Tradition eingeführt: virtuelle Treffen zum „Kaffeeklatsch“, „Mittagessen“ oder zur „Happy Hour“ mit Kollegen, Freunden und Familie.

„Das war anfangs schon etwas komisch, aber sobald man ins Plaudern gerät, fühlt es sich gleich viel normaler an“, versichert er. „Richtig ersetzen lässt sich ein persönliches Treffen dadurch natürlich nicht. Aber es ist die beste Alternative, wenn wie hier in San Francisco gerade eine Ausgangssperre gilt.“

 

Die Familie als Gaststars im Zoom-Meeting

Vor drei Jahren konnte es ein Kind, das im Hintergrund der Videokonferenz herumtanzt, noch in die Nachrichten schaffen. Im Jahr 2020 gehören solche Momente einfach zum Alltag von Eltern im Home-Office dazu.

„Meine Eltern gehen im Hintergrund hin und her, legen Musik auf oder schalten das Licht aus, während ich mich in einem Zoom-Meeting befinde“, sagt Stacey Stevens Johnson, Head of Product & Partnership Communications bei Dropbox. „Meine Tochter möchte jedem, mit dem ich spreche, auch kurz Hallo sagen und klettert mir ungefähr 300-mal am Tag auf den Schoß.“

Stacey räumt ein, dass sie sich nicht gerne im stillen Kämmerlein verbarrikadiert, um die nötigen Grenzen zu ziehen, die solche Unterbrechungen vielleicht verhindern könnten. Das wäre ihr im Moment einfach zu viel Isolation.

„Es ist gerade eine so stressige und emotionale Phase, dass es mir ganz gut tut, wenn das Privatleben ab und zu in meine Arbeitssphäre eindringt“, erklärt sie. „Ich vermisse meine Kollegen, und so kommt wenigstens ein kleiner sozialer Touch dazu. Das ist mir einfach wichtig.“

Stacey erzählt, dass sie mit ihrer Familie vor Beginn der Ausgangssperre zu ihren Eltern gezogen ist, um Hilfe bei der Betreuung ihrer Tochter und mehr Platz zur Verfügung zu haben. „Wir haben so viel Glück, dass uns diese Möglichkeit offensteht. So viele Eltern müssen jetzt doppelt so viel schuften. Das ist einfach unvorstellbar und kann auf Dauer sicher nicht gut gehen.“

 

Kameradschaft und Verbundenheit

Manchmal sind diese verschwommenen Grenzen auch ganz praktisch, wenn einem die soziale Verbundenheit mit dem Team zu sehr fehlt.

Obwohl sie von ihren Kollegen räumlich getrennt ist, sagt Stacey, dass sie enger denn je zusammenarbeiten. „Ich beziehe die anderen in die Diskussion ein, wie wir bestimmte Aufgaben angehen sollten, und nutze die Schwarmintelligenz für Anregungen hinsichtlich der Projekte“, erzählt sie. „Mir fehlen unsere Gespräche in großer Runde und die Möglichkeit, das Team in Echtzeit zu befragen, wie sie in einer bestimmten Situation handeln würden.“

Diese Gespräche finden jetzt auf Slack, per Textnachricht oder über Zoom statt, selbst wenn es um nicht so wichtige Dinge geht. „Das Team sehnt sich nach Verbundenheit, also kommunizieren wir lieber ein bisschen zu viel als zu wenig und halten die Diskussion soweit wie möglich am Laufen.“

 

Pause machen und durchatmen – wir sind keine Maschinen

Die Arbeit im Home-Office fühlt sich noch viel mehr wie eine sitzende Tätigkeit an als im Büro: keine Fußwege mehr von der Haustür zum Auto, zum Bus, zum Büro, die Treppe hinauf, zum Schreibtisch, zum Konferenzraum. Gleichzeitig gibt es aber wahrscheinlich viel mehr nervöse Energie, die es zu verbrennen gilt.

Immer, wenn Kate Sokolina mal kurz abschalten und sich zwischen den Meetings ein paar Minuten bewegen muss, gönnt sie sich eine Runde Nintendo Just Dance. „Da bleibt man nicht zu lange hängen und es ist eine positive Ablenkung und keine negative. Tanzen ist positiv und lebensbejahend, bringt den Kreislauf in Schwung und kann Ideen für die Playlist liefern, die dann die nächsten paar Stunden laufen wird.“

Joe Topasna hat angeregt, am Anfang eines Meetings immer zunächst ein paar Minuten Small Talk zu führen. „Wenn ich länger nicht mit den anderen gesprochen habe, ist das unheimlich wertvoll, denn ich bekomme dadurch einen Eindruck, mit welchen Herausforderungen meine Kollegen gerade zu kämpfen haben“, sagt er. „Beispielsweise brauchen manche Kollegen während der typischen Arbeitszeit von 9 bis 17 Uhr etwas Luft, um sich um ihre Familie und sich selbst zu kümmern.“

Freut euch auf den dritten Teil unserer Reihe Home-Office – wir fragen Dropboxer, wie sich die Arbeit von zu Hause auf ihre Kreativität und Produktivität auswirkt. 

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